gegr.1832 von F. J. Stallo aus Damme
Minster/OH ist etwa in der Mitte zwischen dem Erie See und dem Ohio Fluss und am Kreuzungspunkt der Ohio-Route 66 und 119 gelegen. Die Ohio-Route 66 folgt im wesentlichen einem alten Transportweg zwischen dem Loramie-Creek und dem St.Marys –Fluss, einem Weg der sowohl von den Indianern als auch von frühen Militärexpeditionen genutzt wurde.
Die meisten der frühen Siedler in Minster kamen aus einem kleinen Bereich von Südoldenburg und dem nahen Hannover in Deutschland und reisten über den nahegelegenen Hafen von Bremen aus.
Der größte Teil der Auswanderer von Bremen landete in Baltimore nach einer anstrengenden und schwierigen zwischen fünf und dreizehn Wochen dauernden Reise.
In Baltimore wurden Frauen und Kinder, Koffer und Gepäck auf grosse Frachtwagen verladen und das Ziel Pittsburg-Wheeling angesteuert.
Männer und Jungen gingen diese dreizehn- bis fünfzehn Tagesreise für gewöhnlich zu Fuss.
Von hier aus zogen die Immigranten auf Flachbooten den Ohio Fluss mit dem Ziel Cincinnati herunter. Später Ankommende fuhren mit einem Dampfschiff, eine fünf Tage Reise. Von Cincinnati aus ging es Richtung Norden mit dem Kanalboot bis Dayton, wo die erschöpften Reisenden entweder einen Wagen mieteten oder zu Fuß dem alten Pfad folgten, der über Piqua nach Minster führte.
Im Spätsommer 1832 versammelten sich Franz-Joseph Stallo (Anm.: ein Lehrer und Buchdrucker aus Damme/Oldenburg ) und sechs andere Männer, die als Agenten für eine Gruppe von 97 jungen Deutschen handelten, und kauften Land um eine deutsche Siedlung in dieser Region zu errichten. Am 28. September 1832 kauften sie 640 Acres ( Morgen ) für 800 Silberdollar. Bäume wurden gefällt, Strassen angelegt und das Gebiet in Lose aufgeteilt, 144 an der Zahl, daraus entstand das neue Dorf STALLOTOWN. Im Juli 1833 verstarb Stallo eines plötzlichen Todes als Opfer der Cholera. Drei Jahre später wurde die Stadt in Minster umbenannt.
Indianer vom Stamme der Miami, Shawnee, Wyandotte und Ottawa hatten einst die grosse Wildniss durchstreift; die letzten von ihnen verließen die Gegend, ein ausgedehntes Waldgebiet mit Eichen, Buchen, Ahorn und anderen Harthölzern im Jahre 1831 auf Grund eines Vertrages. Die ersten Farmer konnten die gigantischen Bäume nur abtöten, indem sie die Baumrinde entfernten, und ihre Feldfrüchte in den Freiraum dazwischen pflanzten. Diese Bäume wurden später verbrannt. Der Wald war damals voll von Wildbrett ... wilder Truthahn, Hirsche, Waschbären, Eichhörnchen und auch von Wölfen. Es wird erzählt, daß diese ersten Deutschen keine guten Jäger waren, da sie nur wenige leichte Gewehre hatten und weil sie Angst hatten, sich in den Wäldern zu verlaufen, ein Fall der leicht eintreten konnte.
Sumpfige Verhältnisse, Malaria, Cholera und obendrein die Isolation verhinderten ein schnelles Wachsen dieser neuen Gemeinde. Aber dann im Jahre 1845 mit der Fertigstellung des Miami – Erie Kanals von Toledo durch Minster änderte sich das Bild. Der Handel entwickelte sich rapide, und hunderte von sechzig- und achtzig- Tonnen Frachtbooten brachten die landwirtschaftlichen Überschüsse wie Getreide, Schweinefleisch und Bauholz und die einfachen Industrieprodukte wie Fässer von Minster zu den Märkten von Toledo und Cincinnati und zu den dazwischen- und dahinter liegenden Gebieten.
Diese Entwicklung wurde für eine Weile aufgehalten als die Cholera entlang der Handelswege ausbrach, die mehr als 300 Einwohnern von Minster das Leben kostete. Die Opfer, von denen der größte Teil während der Monate Juli und August 1849 starb, wurden eiligst in Massengräbern bestattet. Ein Monument zum Gedenken an die Opfer ist auch heute noch auf dem St Augustinus Friedhof im Süden der Stadt zu sehen.
Mit der Erscheinen der Eisenbahn im Jahre 1877 nahm die Wichtigkeit des Kanals als Handelsweg ab. Es war eine geschäftige und farbenfrohe Zeit gewesen, Familien fuhren mit dem Kanalboot zum Picnic oder um Freunde zu besuchen oder fuhren gelegentlich fuer längere Zeit in einer zwei Tage und drei Naechte dauernden Reise nach Cincinnati zu einem Fahrpreis von 1,5 Dollar.
Die LAKE ERIE AND WESTERN RAILROAD beförderte Fracht und bot zweimal täglich Personenbeförderung an, bis 1902. In diesem Jahr nahm die OHIO RAILWAY COMPANY ihre Arbeit mit Bussen auf, die aber ab 1932 nicht mehr weitergführt wurde.
Minster´s alte Fass Fabrik, die Brauerei, die Getreidemühle, die Backstein- und Dachstein Ziegelei, Gerbereien und die Molkerei sind nicht mehr vorhanden aber an ihre Stelle sind viele andere Betriebe getreten. Minster´s größere Industrie- und Gewerbebetriebe wie z. B. Minster Machine Company, Dannon Yogourt und andere haben sie ersetzt.
Dem Reisende, der sich Minster nähert, können die Zwillingstürme der St. Augustinus Kirche nicht verborgen bleiben. Die ersten Siedler brachten ihren starken katholischen Glauben mit, der sich in der ersten 60 mal 120 Fuß umfassenden Backsteinkirche von 1848 widerspiegelte. Diese erste Backsteinkirche, mit ihrem Turm am östlichen Ende des Daches, ersetzte die allererste Blockhauskirche ( 40 X 60 Fuss X 16 Stamm hoch ) , die im Jahre 1835 in der North Park Street gebaut worden war. Die Zwillingstürme an der Westseite wurden 1874 hinzugefügt und der frühere Turm wurde entfernt. Um 1901 wurde das Dach und das Gewölbe vollständig ersetzt und die Sakristei an der Ostseite angefügt. Gleichzeitig wurde der Eingang zur Westseite der Kirche verlegt. St. Augustinus war die erste katholische Kirche in dieser Gegend und diente als Mutterkirche für die umliegenden Gemeinden, da sie von einem Geistlichen aus Minster betreut wurden. Im Jahre 1978 wurden im Nordeingang der St. Augustinus Kirche neue Glasfenster installiert ( Anm.: mit der Darstellung des Herzogtums Oldenburg und des angrenzenden Gebietes Osnabrück- Hannover). Diese Fenster stellen die religiösen Wurzeln wie auch die Gruüdungsdaten der Tochterkirchen dar.
Minster kann stolz auf sein Schulsystem sein. Der ersten Blockhausschule wurde im Jahre 1833 errichtet. Ihr folgten mehrere Um- oder Anbauten in den Jahren 1853, 1867, 1895, 1905, 1931, 1952 und 1965 bis zur heutigen Größe wo etwa 1200 Schüler vom Kindergarten bis zur Highschool unterrichtet werden. Diese Schulsystem hat einen hohen akademischen Standard und ein grosser Prozentsatz der Schulabgänger geht für weitere Studien auf Colleges und technische Schulen.
Besucher dieser Gegend werden feststellen, dass in Minster Einzelhandel, Dienstleistungsunternehmen und medizinische Versorgung vorhanden ist um jeden Bedarf zu erfüllen.
Die F. J. Stallo Gedächtnis-Bibliothek und die Historische Gesellschaft mit ihrer Sammlung zur Familienforschung heißt alle Besucher willkommen.
Die Erholungsmöglichkeiten beinhalten einen städtischen Park mit einem weitläufigen Pool Bereich, Baseball Feld, grosse Spielflächen und eine Schutzhütte. Möglichkeiten für Golf, Bowling und Theater sind vorhanden. Zusätzlich bietet der in der Nähe liegende Ft. Loramie State Park Möglichkeiten zum Campen, Fischen, Bootfahren und Erholungsbereiche.
Dieser Text enstammt der Homepage der "Minster Local Schools", und wurde frei uebersetzt.
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